Zukunft machen wir zusammen:
ökolo­gisch & sozial

UNSER WAHLPROGRAMM 2021–2026

Inhalts­ver­zeichnis

Mit Klick auf die grünen Über­schriften kommen Sie zum jewei­ligen Kapitel.


1. Umwelt- und Klimaschutz

1.1. Klima­ziele gemeinsam errei­chen
1.2. Ökolo­gi­sche Vielfalt fördern
1.3. Smarte Gemein­de­pla­nung entwi­ckeln –  menschen­freund­lich und nach­haltig
1.4. Poten­zial der Solar­energie nutzen
1.5. Wasser­ver­brauch redu­zieren
1.6. Auswir­kungen des Kies­ab­baus mini­mieren
1.7. Gemeinsam Müll vermeiden


2. Tiere und Arten schützen

2.1. Invasive Neophyten eindämmen
2.2. Frei­lauf­flä­chen für Hunde schaffen
2.3. Regio­nale Land­wirt­schaft unterstützen

3. Bürge­rinnen trans­pa­rent infor­mieren und deren Betei­li­gung an Gemein­de­pro­jekten fördern
4. Funk­tio­nie­rende Verkehrs­kon­zepte entwickeln

4.1. PKW-Verkehr sicherer machen und LKW-Verkehr redu­zieren
4.2. Park­si­tua­tion entschärfen
4.3. Öffent­li­chen Nahver­kehr ausbauen – Busfahren zur echten Alter­na­tive machen
4.4. Unsere Gemeinde fahr­rad­freund­lich gestalten
4.5. Mitfah­rer­bänk­chen – soli­da­risch für die Umwelt

5. Gender­ge­rech­tig­keit ermöglichen
6. Schaaf­heim sozial gestalten

6.1. Bildung für Schaaf­heim gestalten
6.2. Kinder­be­treuung verbes­sern
6.3. Jugend­zen­trum jetzt! reali­sieren
6.4. Die Lebens­qua­lität für Menschen mit Behin­de­rung und für Senioren verbes­sern
6.5. Umwelt­be­wusst­sein in der Bevöl­ke­rung stärken

7. Wirt­schaft verbes­sern durch menschen- und umwelt­freund­liche Arbeitswelt

7.1. Akti­ons­pro­gramm für Startups umsetzten
7.2. Land­wirt­schaft stärken

8. Mit Weit­sicht inves­tieren: Kommu­nale Finanzen

 

1. Umwelt- und Klimaschutz

 

1.1. Klima­ziele gemeinsam erreichen

Der Klima­wandel muss verlang­samt werden. Gleich­zeitig müssen wir uns aber auch an die­sen anpassen, denn die Auswir­kungen sind für Mensch und Natur bereits deutlich spür­bar, teil­weise irrever­sibel. Wir wollen konse­quent daran arbeiten, die Klima­ziele zu errei­chen. Um dem Klima­wandel entgegen zu wirken, muss der CO2-Ausstoß weiter massiv redu­ziert werden. Dabei hat Ener­gie­er­zeu­gung und ‑verbrauch eine zentrale Bedeu­tung. Es wur­den auf Initia­tive der GRÜNEN bereits viele Maßnahmen zur Einspa­rung von Energie und zum Wechsel auf umwelt­freund­liche, rege­ne­ra­tive Ener­gie­ge­win­nung auf Kreis‑, Landes- und Bundes­ebene umge­setzt. Als neu gegrün­deter Orts­ver­band der GRÜNEN wollen wir in Schaaf­heim effek­tive Maßnahmen für den Klima­schutz umsetzten.

Unsere Ziele:

  • Umset­zung der Pariser Klima­ziele in Zusam­men­ar­beit mit anderen Kommunen und dem Land­kreis Darm­stadt-Dieburg: Kreis­weite Klima­neu­tra­lität bis 2030
  • Ener­gie­ein­spa­rung und Ener­gie­ef­fi­zienz verbes­sern durch inno­va­tive Tech­no­lo­gien und gleich­zeitig ener­gie­spa­rendes Verhalten
  • Ökolo­gi­sche, nach­hal­tige und ener­ge­ti­sche Sanie­rung der gemein­de­ei­genen und öffent­li­chen Gebäude
  • Förder­gelder für Umwelt­schutz von Land, Bund und der EU ausschöpfen
  • Alte und klima­re­sis­tente Bäume, z.B. Eichen erhalten
  • Den Schaaf­heimer Wald schützen und pflegen. Trocken­heit, Schäd­linge und Stürme haben unserem Wald viel Schaden zugefügt.
  • Mehr neue Bäume auf Gemein­de­flä­chen (z.B. auf dem Jugend­platz, dem Senio­ren­sport­park und auf Parkplätzen)
  • Pflege des Biosphä­ren­pfades und des Wanderwegenetzes
  • Zusätz­lich kommu­nale Grün­flä­chen ausbauen, z.B. Dächern von Gebäuden und Bushaltestellen
  • Projekte zur Umwelt­bil­dung für Kinder- und Jugend­liche, um den spar­samen Umgang mit Ressourcen zu lernen. In Zusam­men­ar­beit mit Kinder­gärten, Jugend­zen­trum, Schulen und Vereinen.
  • Bewusst­sein der Schaaf­heimer Bürger*innen zum Klima­schutz stärken:
    Vorträge und Info­abende zu wich­tigen Umwelt­themen, Stamm­ti­sche für den Austausch unter­ein­ander, vege­ta­ri­sches bzw. veganes Kochen, um Alter­na­tiven kennen­zu­lernen und vieles mehr.

 

1.2. Ökolo­gi­sche Vielfalt fördern

Der Schutz der Natur­räume, der Arten­viel­falt und des Land­schafts­bildes sind vorran­gige poli­ti­sche Ziele der GRÜNEN. Eine der bedeu­tendsten Umwelt­ge­fähr­dungen weltweit stellt die Abnahme der Arten­viel­falt und die damit einher­ge­hende Gefähr­dung des ökolo­gi­schen Gleich­ge­wichts dar. Beson­ders Insekten leiden unter den Rückgang von natür­li­chen Blumen­wiesen, aufgrund von Bauge­bieten, Acker­flä­chen, Straßen und vielem mehr. In den Fokus der Öffent­lich­keit geriet dieses Thema durch das welt­weite Bienensterben – aber auch viele andere Arten sind betroffen. Auch Schaaf­heim hat dabei eine beson­dere Verantwor­tung, die spezi­fi­sche einhei­mi­sche Arten­viel­falt zu schützen und zu fördern.

Unsere Ziele:

  • Bereits vorhan­dene Streu­obst­wiesen erhalten
  • Wald­flä­chen und Bäume schützen
  • Mehr Grün­flä­chen für Insekten, in Form von Wild­blu­men­wiesen auf Gemein­de­flä­chen. Damit retten und helfen wir Bienen.
  • In Koope­ra­tion mit Land­wirten und Grund­stücks­be­sit­zern einen 1 Meter breiten Biodi­ver­si­täts­streifen auf land­wirt­schaft­li­chen Flächen der Gemar­kung Schaaf­heim etablieren.
  • Die Anpflan­zung von Hecken zur Biotop­ver­net­zung fördern und bestehende land­wirt­schaft­liche Wege, nicht Bauge­bieten zuschlagen, sondern erhalten.
  • Das Bewusst­sein in der Bevöl­ke­rung für die Notwen­dig­keit von „blühenden Gärten“ stärken. Moderne Schot­ter­gärten haben in Schaaf­heim nichts zu suchen.

Die Bevöl­ke­rung soll die Möglich­keit bekommen, sich für die Arten­viel­falt einzu­setzen. Wir wollen Paten­schaften ermög­li­chen, bei denen enga­gierte Bürger*innen Obst­bäume pflegen und Grün­flä­chen der Gemeinde nach ihren Vorstel­lungen bepflanzen können.

Außerdem möchten wir einen ökolo­gi­schen Gemein­de­garten einrichten. Schaaf­heim besitzt attrak­tive Flächen und eine Bevöl­ke­rung, die bereit ist, sich für gute Projekte zu enga­gieren. Ein ökolo­gi­scher Gemein­de­garten trägt zur Arten­viel­falt bei, wird das Verständnis von lokaler und nach­hal­tiger Nahrungs­mit­tel­er­zeu­gung fördern und kann zur Erholung genutzt werden.

 

1.3. Smarte Gemein­de­pla­nung entwi­ckeln –
menschen­freund­lich und nachhaltig

Jedes Bauvor­haben hat Auswir­kungen auf Mensch und Natur. Beson­ders die Nach­bar­schaft sowie angren­zende Natur­räume spüren diese Verän­de­rungen unmit­telbar. Um dem Anspruch auf gutes Wohnen und Leben in Schaaf­heim gerecht zu werden, setzen wir uns für eine trans­pa­rente nach­hal­tige Baukultur ein. Wir wollen eine smarte Gemein­de­pla­nung!

Ziel kann nicht sein, so viele Bauein­heiten wie möglich in ein neues Wohn­ge­biet zu packen, ohne dabei an die Bedürf­nisse von Mensch und Natur zu denken. Wege zu Sport­stätten, Schulen und in die Natur dürfen nicht wegfallen, sondern müssen erhalten bleiben, damit diese unge­fähr­lich, auch zu Fuß, erreicht werden können.

Kommu­naler Klima­schutz und eine flächen­scho­nende Baupo­litik sind untrennbar mitein­an­der verbunden. Wir wollen Schaaf­heim klima­freund­lich und menschen­freund­lich gestalten.

Unsere Ziele:

  • Gemischte, sozial ausge­wo­gene, kinder­freund­liche Wohngebiete
  • Konkret wollen wir bei der Gestal­tung von neuen Gebäuden und neuen Wohn­gebieten: „bespiel­bare“ und gefahrlos nutzbare Frei­räume, eine attrak­tive Straßen- und Park­si­tua­tion, Spiel- und Begeg­nungs­plätze, sowie eine liebe­volle Dorfbegrünung
  • Förde­rung von sozialem Wohnungsbau, um den benö­tigten Bedarf sicher­zu­stellen und keine Wohn­con­tainer zu benötigen
  • Mehr behin­der­ten­ge­rechte Wohnungen in Schaafheim
  • Neubauten sollen sich in die Umgebung einfügen. Sie müssen immer auf höchsten ener­gie­ef­fi­zi­enten Standard, ökolo­gisch und gestal­te­risch gut geplant werden.
  • Histo­ri­sche Bauten müssen erhalten bleiben: gege­be­nen­falls Sanie­rung vor Abriss und Neubau
  • Grün­flä­chen im direkten Wohn­um­feld.
    Bei Bauvor­haben sollen jeweils flächen­an­tei­lige Grün­flä­chen geschaffen werden. Hierbei soll die Umset­zung über­prüft und keine Grün­flä­chen bei Ände­rungen im Nach­hinein gestri­chen werden.
  • Eine smarte Gemein­de­pla­nung verbes­sert das Mikro­klima in Schaafheim

 

1.4. Poten­zial der Solar­energie nutzen

Das hessi­sche Solar-Kataster zeigt, dass in Schaaf­heim und den drei Orts­teilen viele Dach­flächen für Solar­an­lagen geeignet wären. Durch einen Ausbau der Solar­energie ließen sich allein in Schaaf­heim jährlich viele Tonnen Kohlen­di­oxid (CO2) einsparen. Das hilft, den Klima­wandel zu verlang­samen! Außerdem wären wir unab­hän­giger vom Ener­gie­markt und seinen stei­genden Preisen. Unseren Bürger*innen muss klar werden: Photo­vol­ta­ik­an­lagen und Solar­thermie sind eine effek­tive und kosten­güns­tige Form, Sonnen­wärme für Strom, Warm­wasser, Heizung und Wasser­stoff­ge­win­nung nutzbar zu machen.

Unsere Ziele:

  • Die Anzahl der Solar­thermie-Anlagen und Photo­vol­ta­ik­an­lagen steigern!
    Zur Info: Photo­vol­ta­ik­an­lagen erzeugen Strom. Bei der Solar­thermie wird durch Sonnen­kol­lek­toren auf dem Dach Wasser erhitzt, welches dann im Haus genutzt wird. Man kann aber auch mit der Photo­vol­ta­ik­an­lage heizen, zum Beispiel mit einer Wärmepumpe.
  • Kosten­lose und regel­mä­ßige Bera­tungs­an­ge­bote für Bürger*innen in der Gemeinde. Viele Bürger*innen möchten die Solar­energie nutzen, wissen aber nicht, wie sie das genau umsetzten und finan­zieren können. Das wollen wir ändern!
  • Ener­gie­forum zum Austausch der Bürger*innen untereinander
  • Vorträge zu Themen wie Solar­energie, Wärme­pumpen usw.
  • Bera­tungs­an­ge­bote für die Gemeinde. Damit die Gemeinde Schaaf­heim ihr Poten­zial auf diesem Gebiet ausschöpfen kann, muss sie hoch­wer­tige Bera­tungs­an­ge­bote in Anspruch nehmen.
  • Solar­energie auf Gemeinde-Dächern weiter vorantreiben
  • Spei­che­rung von Solar­energie verbes­sern, z.B. durch Cloud-Systeme
  • Bei der Auswei­sung von Neubau­ge­bieten auf die Ausrich­tung der Dächer achten, um das Poten­zial der Solar­energie voll­ständig ausschöpfen zu können.

 

1.5. Wasser­ver­brauch reduzieren

Die Nutzung von Regen- und Trink­wasser ist ein wich­tiges umwelt­po­li­ti­sches Thema, welches noch kaum in den Fokus der Öffent­lich­keit gelangt ist. Das wollen wir ändern!

Wasser ist eine lebens­wich­tige und wert­volle Ressource, die unbe­dingt geschont werden muss. Auch wenn unser privater Wasser­ver­brauch in den letzten Jahren etwas zurück­ging, ist dies kein Grund, sich zurück zu lehnen. Viele Menschen leiden aktuell unter Wasser­knapp­heit. Wir haben das große Glück, nicht unmit­telbar davon betroffen zu sein. Aber wir alle merken, gerade aufgrund der letzten trockenen Sommer, auch bei uns wird das Wasser knapper!

Unsere Ziele:

  • Trink­was­ser­ver­brauch in der Bevöl­ke­rung redu­zieren
    Zur Info: Ein Durch­schnitts­deut­scher verbraucht etwa 120 – 130 Liter Wasser pro Tag (allein 34 Liter für die Toilette). Vergleichs­weise hat ein Afri­kaner aus Somalia nur etwa 5 Liter täglich zur Verfü­gung. [1]
  • Bewusst­sein für verdeckten Wasser­ver­brauch stärken
    Zur Info: Für die Erzeu­gung von Fleisch, Obst oder Texti­lien, wird viel Wasser verbraucht. Für ein Kilo­gramm Rind­fleisch werden mehr als 15.000 Liter und für eine Jeans­hose 10.000 Liter Wasser benötigt [2]
  • Ein gutes Konzept für einen effi­zi­enten Umgang mit Wasser in der Gemeinde erar­beiten und fördern
  • Regen­wasser auffangen und nutzen! Wir brauchen mehr Regenwassersammel­behälter, wie Zisternen oder Ähnli­ches, zum Auffangen von Regen­wasser und zur Wasser­mehr­fach­nut­zung von Dusch­wasser etc.
  • Kana­li­sa­tion mit extra Rohr für Regen­wasser ausbauen und in allen Orts­teilen Regen­rück­hal­te­be­cken bauen. Damit können Bäume im Sommer kosten­günstig gewäs­sert werden. Auch das Wasser des Wasser­spiel­platzes könnte doppelt genutzt werde.
  • Kosten­lose und regel­mä­ßige Bera­tungs­an­ge­bote für Bürger*innen in der Gemeinde. Das Thema Regen­was­ser­nut­zung ist noch sehr unbe­kannt. Wollen private Haus­halte der Umwelt zuliebe, Anlagen zur Wasser­ein­spa­rung instal­lieren, können Beratungs­angebote bei der Umset­zung helfen.
  • Senkung der Wasser- und Kanal­ge­bühren (hier exis­tiert zurzeit ein für uns nicht be­frie­digendes gestaf­feltes Bonus­system [3]. Die Instal­la­tion von Anlagen zur Wasser­ein­spa­rung muss finan­ziell hono­riert werden, um Anreize für Bürger*innen zu schaffen.
  • Die bishe­rige Regen­was­ser­ab­ga­be­ver­ord­nung über­ar­beiten und auf die Nutzung von Regen­wasser im Haushalt erweitern.
  • Wasserforum zum Austausch der Bürger*innen untereinander
  • Vorträge zum Thema Wasser in der Gemeinde
  • Konzept zur Wasser­nut­zung in Kitas und Schulen
  • Erwei­te­rung des Klär­werks in Groß­ost­heim durch sinn­volle Maßnahmen entgegen­wirken, weil eine hohe finan­zi­elle Belas­tung für Schaaf­heim entstehen würde.
    Zur Info: Die Gemeinden Schaaf­heim und Groß­ost­heim betreiben gemeinsam die Klär­an­lage in Großostheim.
  • Betriebe, die unser Wasser, mehr als üblich, verschmutzen, müssen dafür aufkommen. Z.B. durch Schmutz­was­ser­ab­gaben, Auflagen oder Vorklärung

 

1.6. Auswir­kungen des Kies­ab­baus minimieren

Die Erwei­te­rung des Kies­ab­baus sehen wir sehr kritisch, denn die Gemeinde hat viele Nach­teile aufgrund von Mehr­be­las­tungen durch Lärm, mehr LKW-Verkehr, Staub, Stra­ßen­schäden und Emis­sionen. Durch den Verkauf des Sand­ab­bau­un­ter­neh­mens an ein bayri­sches Konsor­tium und die Verle­gung der Verwal­tung nach Ringheim hat die Gemeinde Schaaf­heim keine nennens­werten Steu­er­ein­nahmen. Der Nutzen für die Gemeinde wurde bereits öffent­lich als sehr gering betitelt, unteran­derem, weil es laut Hauptbetriebs­plänen, kaum fest­an­ge­stellte Mitarbeiter*innen mehr gibt.

Der Dreck bleibt, aber das Geld und der Rohstoff gehen. Wöchent­lich kommen hunderte LKWs, oft Subun­ter­nehmer, und nehmen den wert­vollen Sand mit. Zudem laden viele LKWs Bauschutt ab, denn zusätz­lich zum Sand­abbau betreibt die Firma einen Entsorgungsfach­betrieb für Baustoffe. Der Entsor­gungs­be­trieb darf weltweit Abfall­stoffe handeln. Auf dem Indus­trie­ge­biet, ohne richtige Stra­ßen­an­bin­dung, Strom, Wasser und Abwasser, werden mit einer Indus­trie­an­lage, dem Brecher, Bauschutt gebro­chen. Dabei entsteht genauso Staub wie bei dem Sand­abbau. Quarz­staub ist gesund­heits­schäd­lich und ist selbst in Gärten im Ritters­loch zu finden. Laut Geneh­mi­gungen dürfen keine Emis­sionen das Betriebs­ge­lände verlassen. Den Forde­rungen nach einer räum­li­chen Trennung des Tagebaus vom Entsor­gungsbetrieb laut Bebau­ungs­plan und Durch­füh­rungs­ver­trag wird nicht nach­ge­kommen. Dadurch sollte verhin­dert werden, dass unsere Umwelt, z.B. landwirtschaft­liche Nutz­flä­chen und das Grund­wasser, durch Verschmut­zungen des Abfall­be­triebes gefährdet wird. Denn das Grund­wasser ist in der Grube des Abbau­be­triebs nur durch eine 1 Meter dicke Sand­schicht geschützt. Seit nun mehr als 7 Jahren passiert nichts und der Zustand wird von der kommu­nalen Politik und den Aufsichts­be­hörden geduldet. Eine Analyse des Gefahren­potenzials findet nicht statt. Damit werden nicht nur unser Grund­wasser, sondern auch angren­zende schüt­zens­werte Ökosys­teme bedroht. Sehr kritisch sehen wir außerdem die Ausbrei­tung von inva­siven Pflanzen-Arten in der Umgebung des Firmen­ge­ländes, die mit dem Bauschutt einge­schleppt werden.

Wir GRÜNE sind gegen die Verar­bei­tung von gering radio­ak­tivem Bauschutt von ehema­ligen Kern­kraft­werken, auch wenn er „frei­gemessen“ wurde. Dieser vermeint­lich „frei­gemes­sene“ Bauschutt enthält gering radio­ak­tive Strah­lungs­werte, die auf Dauer uns Menschen und unsere Umwelt schä­digen [4]. Wir setzen uns dafür ein, dass in Schaaf­heim kein „frei­gemes­sener“ Bauschutt aus Atom­kraft­werken verar­beitet wird. Dazu muss sich die Firma bereit erklären, solchen Bauschutt nicht anzu­nehmen. Das hat die Firma bisher nicht gemacht.

Die Gemeinde kann großen Einfluss auf die Geneh­mi­gungs­ver­fahren zum Sand­abbau nehmen und darauf achten, dass ihre Wege und Grund­stücke keinen Schaden nehmen. Denn das Bergamt kann nur Anträge der Kies­un­ter­nehmen geneh­migen, wenn die Gemeinden durch Verkäufe oder Verpach­tung der Grund­stücke und Wege­par­zellen die Voraus­set­zungen vor Ort schaffen. Die Gemeinden mit ihren Grund­stü­cken, Wegen und Wege­rechten bestimmen, auf welchen Flächen Kies abgebaut wird und über welche Wege die LKWs fahren.

Unsere Ziele:

  • Wege­rechte einschränken und LKW-Bewe­gungen minimieren
  • Größere Abbau­mengen verhin­dern (aufgrund der viele Nach­teile für Mensch und Natur)
  • Die Gemeinde hat ein Recht zu wissen, was in unseren Boden kommt.
  • Endlich die Rück­ab­wick­lung des Indus­trie­ge­bietes in die Hand nehmen, denn die Fristen des Durch­füh­rungs­ver­trag mit der Gemeinde Schaaf­heim sind seit Jahren abgelaufen.
  • Externe Gutachter, bezahlt von der Firma, für alle 400 Tonnen ange­lie­ferten Bauschutt (die Gemeinden Groß­ost­heim und Rossdorf haben gezeigt, wie es geht)
  • Die Firma muss garan­tieren, keinen „fein­ge­mes­senen“ Bauschutt aus dem Rückbau von Atom­kraft­werken anzunehmen.
  • Erfolg­reich Klagen gegen Haupt­be­triebs­pläne, Rahmen­be­triebs­pläne und Planfeststellungsbeschlüsse
  • Rena­tu­rie­rungs­auf­lagen einfor­dern und kontrol­lieren (Mitglieder der Gemein­de­ver­tre­tung dürfen jeder­zeit auf das Betriebsgelände)
  • Land­wirt­schaft­liche Flächen für Schaaf­heimer Land­wirte erhalten!
  • Vorkaufs­rechte der Gemeinde wahr­nehmen, gegen Boden­spe­ku­la­tion vorgehen

Die GRÜNEN garan­tieren ein „Nein“ zum Sand­abbau und wollen den Entsor­gungs­be­trieb besser kontrol­lieren! Wirwerden jetzt handeln und dem Rohstoff­abbau in Schaaf­heim Grenzen setzen. Nicht halb­herzig, sondern mit allen poli­ti­schen, fach­li­chen und recht­li­chen Mitteln. Wir werden uns mit anderen betrof­fenen Gemeinden austau­schen und dem immer schnel­leren Sand­abbau durch unser Fach­wissen einen Riegel vorschieben.
Andere Parteien reden, aber machen seit Jahren zu wenig Konkretes. Unser Motto: „Agieren statt reagieren.“

 

1.7. Gemeinsam Müll vermeiden

Müll spielt eine große Rolle in Bezug auf die Umwelt. Nicht nur die Ozeane leiden unter Milli­arden Tonnen von Plas­tik­müll – auch heimi­schen Wälder, Städte und Co. sind stark betroffen. Darunter leiden Pflanzen und Tiere, aber auch der Mensch. Schöne Plätze werden verschmutzt und dadurch unan­sehn­lich. Auch in Schaaf­heim wollen wir aktiv dazu beitragen, unseren Müll zu redu­zieren und damit unsere heimi­sche Natur zu schützen.

Unsere Ziele:

  • Die Redu­zie­rung von Plas­tik­müll!
    Beson­ders Mikro­plastik lässt sich einfach vermeiden!
  • Einen Unver­packt-Laden in Schaaf­heim etablieren
  • Die Lebens­mit­tel­ver­schwen­dung redu­zieren.
    B. durch die Beratung von Restau­rants, dem Retten abge­lau­fener Lebens­mittel (am besten Hand-in-Hand mit dem Einzel­handel), die Schaaf­heimer Lebens­mittel- und Pflan­zen­börse unter­stützen [5]
  • Gemein­same Aufräum­ak­tionen durchführen
  • Vorträge und Info­ver­an­stal­tungen zum Thema Müll anbieten
  • Gebrauchten Gegen­ständen ein neues Leben geben, durch …
    … gemein­sames Repa­rieren von Haus­halts­ge­räten, Fahr­rä­dern und vielem mehr
    … Klei­der­tausch­partys, Floh­märkte und Basare

 

Quellen (aufge­rufen am 03.02.2021):
[1] Unicef (www.unicef.de/blob/8788/3448c4c9f105cc6989d3f2ad1392f938/i0086-mein-recht-auf-wasser-2013-pdf-data.pdf)
[2] Umwelt­bun­desamt (www.umweltbundesamt.de/themen/verstecktes-wasser)
[3] Gemeinde Schaaf­heim (https://www.schaafheim.de/de/content/gemeindeinfo-gebuehrensplitting/~nm.160~nc.226/Gesplittete-Abwassergebuehr.html)
[4] BI-Schaaf­heim (bi-schaafheim.de/freigemessener-Atommuell/)
[5] Op-Online (www.op-online.de/region/babenhausen/schaafheimer-lebensmittel-pflanzenboerse-organisation-foodsharing-vorbild-rettet-essen-to-9426890.html)

2. Tiere und Arten schützen

 

Das Wohl der Tiere und Pflanzen, die in und um Schaaf­heim leben, liegt uns am Herzen.
Dazu zählen Haus­tiere, Nutz­tiere und Wild­tiere. Beson­derer Schutz gilt den einhei­mi­schen Tier­arten wie Fleder­mäusen, Eidechsen und Brut­vö­geln. Beson­ders der Erhalt heimi­scher Ökosys­teme und Pflanzen, ist uns wichtig, da sie Lebens­raum und Nahrung für viele Tiere darstellen.

Unsere Ziele:

  • Schaf­fung neuer Lebens­räume für Insekten (insbe­son­dere Bienen), Vögel, Fleder­mäuse und andere Tierarten
  • Erhalt und Neuan­lage von Biotopen, Blumen­wiesen, Hecken, Feld­rainen und Wäldern
  • Vernet­zung von Biotopen durch Erhalt bestehender Wege
  • Opti­mie­rung der Gemein­de­flä­chen für Bienen und weitere Insekten
  • Natur­nahe Gärten in Schaaf­heim anregen und fördern
  • Unter­schlupf­mög­lich­keiten und Nist­hilfen für Fledermäuse
  • Nist­kästen für Vögel
  • Rehkitz­über­wa­chung während der Ernte­zeit, z.B. durch Wärmebildkamera

Die Anzahl der Tier­ver­suche steigt in Hessen immer noch weiter an. Auf kommu­naler Ebene wollen wir durch gezielte Aufklä­rungs­ar­beit über die Proble­matik der Tier­ver­suche infor­mieren und Alter­na­tiven aufzeigen.

 

2.1. Invasive Neophyten eindämmen

Pflanzen, die in unserem Natur­raum nicht behei­matet sind und sich stark ausbreiten, verdrängen zuneh­mend einhei­mi­sche Arten. Das sind z.B. der Riesen­bä­ren­klau, das Indische Spring­kraut oder der Japa­ni­sche Stau­den­knö­te­rich. Sie können hiesige Ökosys­teme aus dem Gleich­ge­wicht bringen und somit der Tierwelt in Schaaf­heim schaden. Die Pflanzen verbrei­ten sich durch Samen aus Haus­gärten oder Deponien. Die Infor­ma­tion der Mitbürger*innen und Über­wa­chung von Deponien kann helfen, den weiteren Eintrag von inva­siven Neo­phyten in die Natur zu redu­zieren und heimi­sche Ökosys­teme zu schützen. Wir wollen für dieses Thema sensi­bi­li­sieren und verhin­dern, dass unserer Umwelt weiter durch diese fremden Pflan­zen­arten geschä­digt wird. Sowohl auf Gemein­de­flä­chen, als auch in Gärten sollten einhei­mi­sche Pflanzen (bevor­zugt Wild­pflanzen) anstatt präch­tiger Zucht­formen ange­pflanzt werden.

 

2.2. Frei­lauf­flä­chen für Hunde schaffen

In Schaaf­heim gibt es eine Leinen­pflicht von Hunden zur Brut- und Setzzeit vom 1. März bis 30. Juni jedes Jahr. Damit soll der Nach­wuchs von Vögeln (beson­ders Boden­brü­tern) und Wild­tieren vor frei­lau­fenden Hunden geschützt werden, was wir grund­sätz­lich unter­stützen. Jedoch muss während dieser Zeit eine artge­rechte Haltung von Hunden gewähr­leistet werden. Insbe­son­dere da der Zeitraum der Leinen­pflicht in Schaaf­heim sehr lang ist. Länger als in manch anderen Gemeinden. Zu einer artge­rechten Haltung gehört der Freilauf von Hunden defi­nitiv dazu, denn er erfüllt wichtige Funk­tionen. Der Bewe­gungs­be­darf vieler Hunde kann nur durch Freilauf gedeckt werden. Zudem bieten Spazier­gänge mit Freilauf verhal­tens­ty­pi­sche Erkun­dungs­mög­lich­keiten, sie ermög­li­chen ein artge­rechtes Aus­scheidungsverhalten und fördern die Entwick­lung eines normalen Sozi­al­ver­hal­tens. Fehlender Auslauf kann zu Verhal­tens­auf­fäl­lig­keiten durch Unter­be­schäf­ti­gung und mangelnden Sozi­al­kon­takt zu Artge­nossen führen [6]. Deswegen fordern wir Frei­lauf­flä­chen für Hunde in der Kern­ge­meinde und in allen drei Orts­teilen. Die Flächen müssen einge­zäunt sein und eine ange­mes­sene Größe besitzen. Um die Bedürf­nisse von Hund und Mensch gerecht zu werden, sollen sie mit Büschen und Bäumen, Bänken, Kotbeu­tel­spen­dern, Müll­ei­mern usw. ausge­stattet werden. Auch außer­halb der Brut- und Setzzeit könnten die Flächen als sozialer Treff­punkt für Hunde und ihre Besitzer dienen.

Wenn es nicht möglich ist, überall Hunde­frei­lauf­flä­chen anzu­bieten, dann sollte ein Leinen­zwang von April bis Juni nur auf ausge­wie­senen Flächen und Wegen gelten, z.B. extensiv genutzten Agrar­flä­chen und Biotopen. Es sollte außerdem disku­tiert werden, ob an ausge­schil­derten Radwegen Hunde an der Leine geführt werden sollen. Die Straf­an­dro­hung sollte statt 50.000 Euro nur noch 5.000 Euro sein, wie in anderen Gemeinden üblich.

 

2.3. Regio­nale Land­wirt­schaft unterstützen

Wir GRÜNEN wollen die regio­nale Land­wirt­schaft unter­stützen und die Inter­essen von Land­wirt­schaft und Umwelt glei­cher­maßen vertreten. Wir befür­worten die Haltung von Nutz­tieren, z.B. Hühner, Schafe, Schweine, Strauße … in Schaaf­heim. Regio­nale Lebens­mittel sind wichtig, um dem CO2-Ausstoß durch lange Trans­port­wege entge­gen­zu­wirken. Bei der Nutz­tier­hal­tung muss das Wohl der Tiere gewähr­leistet werden! Dafür wollen wir uns in Zusam­men­ar­beit mit Bauern und Betrieben einsetzten. Insbe­son­dere wollen wir Bauern bei der Direkt­ver­mark­tung ihrer Produkte unter­stützen, z.B. durch den Aufbau eines regio­nalen Wochen­marktes, Unter­stüt­zung bei Lebens­mit­tel­au­to­maten usw. Die Schaaf­heimer Bürger*innen wollen wir für das Thema „Regio­nale Lebens­mittel“ sensi­bi­li­sieren. Faire Preise für land­wirt­schaft­liche Erzeug­nisse z.B. Milch und Fleisch, ermög­li­chen auch mehr Investi­tionen in Tier­schutz vor Ort. Wir werden den Kampf gegen Preis­dum­ping in der Lebens­mittel­industrie und ‑handel unterstützen.

Zudem wollen wir wissen, wie es den Tieren im Geflügelvermehrungsbetrieb/Brüterei der LSL geht. Jahre­lang durften dort männ­liche Küken getötet werden. Seit kurzem soll damit Schluss sein … Das wollen wir über­prüfen! Denn erst im Jahre 2022 wird das Töten männ­li­cher Küken offi­ziell verboten sein.

 

Quelle (aufge­rufen am 03.02.2021):

[6] Deut­sches Tier­ärz­te­blatt (www.tierhyg.vetmed.uni-muenchen.de/forschung/publikationen_download/2008_dtb_12_leine.pdf)

3. Bürger*innen trans­pa­rent infor­mieren und deren Betei­li­gung an Gemein­de­pro­jekten fördern

 

Der erste Schritt zur Betei­li­gung ist Infor­ma­tion. Wer nichts erfährt, kann auch nichts bewegen. Bei wich­tigen Vorhaben der Gemeinde wollen wir die Trans­pa­renz verbes­sern und eine bessere Bürger­be­tei­li­gung ermög­li­chen. Bevor beispiels­weise Bau- oder Entwicklungs­vorhaben umge­setzt werden, müssen Bürger*innen recht­zeitig die Chance bekommen, sich umfas­send zu infor­mieren und sich in die Diskus­sion einzu­bringen. Es muss trans­pa­rent vermit­telt werden, welche Ziele, Maßnahmen, Umset­zungs­mög­lich­keiten und vor allem Alter­na­tiven zur Debatte stehen.

Unsere Ziele:

  • Regel­mä­ßige Bürgerfragestunde
  • Runde Tische zu Themen, Runde Tische mit Landwirten
  • Digi­tales Bereit­stellen von Informationen
  • In Ausschuss­sit­zungen Themen anschau­lich mit Beamer vorstellen
  • Nicht nur externe Planer und Inves­toren werden in Sitzungen einladen, sondern auch „Experten“ aus dem Ort anhören
  • Bürger­ver­samm­lungen
  • Jugendrat, Senio­renrat

Die GRÜNEN wollen ein offenes Ohr haben und mehr basis­de­mo­kra­ti­sche Elemente in die Politik vor Ort bringen. Wichtige Entschei­dungen sollen gemeinsam mit der Bürger­schaft beraten werden: In öffent­li­chen Sitzungen der Gemeindevertreter*innen und in den Ausschüssen, aber auch in Bürger­ver­samm­lungen. Vor allem, wenn es dabei um Verträge und Koope­ra­tionen mit orts­fremden Inves­toren geht. Nicht der Gemein­de­vor­stand und das Präsi­dium sind Haupt­ak­teure in Entschei­dungs­pro­zessen, sondern die Gemeindever­treter*innen nach vorhe­rigem Austausch mit den Bürgern. Für uns ist es selbst­ver­ständ­lich, dass die poli­tisch Verant­wort­li­chen die Bürger*innen vor wich­tigen Entschei­dungen umfas­send infor­mieren, damit sie mitreden und an gesell­schaft­li­chen Prozessen teil­nehmen können. Insbe­son­dere der Bau‑, Umwelt- und Verkehr­aus­schuss muss Klima­schutz­maß­nahmen, Bau von Wind­ener­gie­an­lagen auf dem Gemein­de­ge­biet und Umwelt­aus­wir­kungen des Roh­stoffabbaus öffent­lich disku­tieren und behandeln.

Durch die Gründung eines Orts­bei­rats „Schaaf­heim“ kann die Soli­da­rität und der Infor­mationsaustausch sowie die Vernet­zung zwischen den Orts­teilen (Schlier­bach, Radheim, Mosbach) und der Kern­ge­meinde gestärkt werden.

Die Gemeindevertreter*innen der GRÜNEN nehmen die Belange der betrof­fenen Bürger*innen ernst, reden mit ihnen auf Augen­höhe über unter­schied­liche Lösungs­wege und über­nehmen für getrof­fene Entschei­dungen Verantwortung.

Über­blick: Inhalt

1. Umwelt- und Klimaschutz
2. Tiere und Arten schützen
3. Bürge­rinnen trans­pa­rent infor­mieren und deren Betei­li­gung an Gemein­de­pro­jekten fördern

4. Funk­tio­nie­rende Verkehrs­kon­zepte entwickeln

4.1. PKW-Verkehr sicherer machen und LKW-Verkehr redu­zieren
4.2. Park­si­tua­tion entschärfen
4.3. Öffent­li­chen Nahver­kehr ausbauen – Busfahren zur echten Alter­na­tive machen
4.4. Unsere Gemeinde fahr­rad­freund­lich gestalten
4.5. Mitfah­rer­bänk­chen – soli­da­risch für die Umwelt


5. Gender­ge­rech­tig­keit ermöglichen
6. Schaaf­heim sozial gestalten
7. Wirt­schaft verbes­sern durch menschen- und umwelt­freund­liche Arbeitswelt
8. Mit Weit­sicht inves­tieren: Kommu­nale Finanzen

4. Funk­tio­nie­rende Verkehrs­kon­zepte entwickeln

 

4.1. PKW-Verkehr sicherer machen und LKW-Verkehr reduzieren

Der Verkehr in Schaaf­heim hat die letzten Jahre stark zuge­nommen. Das führt zu einer hohen Belas­tung der Anwohner, beson­ders durch Lärm und Emis­sionen. Tagsüber gibt es zusätz­lich zum PKW-Verkehr eine erhöhte Belas­tung durch die Last­wagen, die zur oder von der Kies­grube durch Schaaf­heim fahren. In den Abend- und Nacht­stunden sind die bela­de­nen LKWs der Firma GLS durch Schaaf­heim unter­wegs und beläs­tigen die Anwohner an den Durch­fahrts­straßen. Somit stellt der Schwer­last­ver­kehr, der durch Schaaf­heim fährt, ein erheb­li­ches Problem dar. Als GRÜNE wollen wir Gespräche mit Hessen-Mobil führen, die im hessi­schen Lärm­ak­ti­ons­plan eine hohe Belas­tung der „Umge­hungs­straße“ durch Schwer­lastverkehr fest­ge­stellt haben.

Unsere Ziele:

  • Lärm­ent­las­tung für die Bürger*innen erwirken
  • Wir fordern ein gene­relles Durch­fahrts­verbot für LKW über 7,5t in der Schaaf­heimer Kern­ge­meinde! Die Zufahrt zu den Gewer­be­ge­bieten wird weiterhin für den Schwer­lastverkehr gewähr­leistet sein. Liefer­ver­kehr soll vom Verbot ausge­nommen werden.
  • Die Verkehrs­si­tua­tion am und um den neuen REWE-Markt verbes­sern, z.B. durch Tempo 30, Zebra­streifen, Fußgän­ger­überweg oder ähnlichem.
    Zur Info: Durch die ungüns­tige und unüber­sicht­liche Verkehrs­füh­rung der Ein- und Ausfahrt kommt es zwischen LKW, PKW, Fahr­rä­dern und Fußgän­gern häufig zu gefähr­li­chen Situationen.
  • Lade­sta­tionen für E‑Mobilität mit Ökostrom fördern

 

4.2. Park­si­tua­tion entschärfen

Wir GRÜNE wollen ein Park­raum­kon­zept, welches die Anwohner*innen einbe­zieht und öffent­liche Park­mög­lich­keiten ausbaut. Das Park­raum­kon­zept der Gemeinde Schaaf­heim ist bisher nur eine Bestands­auf­nahme der vorlie­genden Situa­tion und enthält keine alter­na­tiven Park­mög­lich­keiten, welche die Gemeinde für die Anwohner*innen anbieten müsste.

Unsere Ziele:

  • ein durch­dachtes, nach­hal­tiges Park­raum­kon­zept mit breiter Akzeptanz
  • wohnungs­nahe Park­möglichkeiten für gehbe­hin­derte und erkrankte Bürger*innen
  • weitere Park­flä­chen in der Nähe des alten Ortskerns
  • umwelt­freund­lich gestal­tete Parkflächen

 

4.3. Öffent­li­chen Nahver­kehr ausbauen – Busfahren zur echten Alter­na­tive machen

Wir setzen uns für den Ausbau der Busver­bin­dungen in Schaaf­heim ein, damit der umwelt­schädliche Auto­ver­kehr redu­ziert wird. Das bietet Schaafheimer*innen einen echten Anreiz, das Auto auch einmal stehen zu lassen. Außerdem möchten wir noch besser auf die Bedürf­nisse der Fahr­gäste eingehen.

Unsere Ziele:

  • Keines­falls sollten bestehende Busver­bin­dungen abgebaut werden. Auch wenn neue Verbin­dungen geschaffen werden.
  • Busli­nien müssen auf die Bedürf­nisse von Schüler*innen und Pendler*innen zuge­schnitten werden (Beach­tung von Schul­zeiten, Zugabfahrtszeiten, …)
  • Die Orts­teile müssen auch nachts noch erreichbar sein. Vor allem am Wochen­ende wären solche Verbin­dungen hilf­reich, um aus Darm­stadt und Aschaf­fen­burg wieder zurück nach Schaaf­heim zu kommen.
  • Die Bushal­te­stelle „Aueweg“ in Schaaf­heim sollte mit einem sicheren Weg ausge­stattet werden und darüber hinaus auch eine Bank bekommen.

 

4.4. Unsere Gemeinde fahr­rad­freund­lich gestalten

Auch in länd­li­chen Regionen sollte Fahr­rad­fahren der Umwelt zuliebe an Bedeu­tung gewin­nen. Inner­halb von Schaaf­heim und den Orts­teilen sowie in die angren­zenden Ortschaften wie Baben­hausen, Ringheim und Lang­stadt ist beson­ders das Fahrrad ein sinn­volles und prak­ti­sches Fort­be­we­gungs­mittel. Wir wollen darum das Fahr­rad­fahren in Schaaf­heim ange­nehmer und sicherer gestalten. Bisher wird das Fahrrad als Verkehrs­mittel noch unter­durchschnittlich oft genutzt – auch weil die Infra­struktur immer noch weit­ge­hend auf das Auto ausge­richtet ist. Wir möchten ein Konzept entwi­ckeln, dass sowohl Autofahrer*innen als auch Radfahrer*innen gerecht wird.

Unsere Ziele:

  • Der Fahr­rad­ver­kehr auf den größeren Straßen, wie z.B. der Groß­ost­heimer Straße, muss sicherer gestaltet werden. Platz­pro­bleme und parkende PKWs verhin­dern die Umset­zung eines sicheren Fahr­rad­weges, deshalb wollen wir die Fahrradfahrer*innen über kleinere Straßen umleiten.
  • Fahr­rad­straßen in Schaaf­heim schaffen!
    Zur Info: Fahr­rad­straßen sind Straßen, welche vorrangig für den Radver­kehr vorge­sehen sind. Die konkrete Umset­zung kann vari­ieren. Die beste Lösung für Schaaf­heim muss trans­pa­rent und öffent­lich disku­tiert werden. Grund­sätz­lich wird eine Ge­schwin­digkeitsbegrenzung bei 30 km/h fest­ge­legt und Fahr­rad­fahrer dürfen neben­ein­ander fahren sowie die Fahrbahn in beide Rich­tungen benutzen.
  • Ein Park­kon­zept, welches neben Rettungs­wegen auch die Fahrradfahrer*innen berücksichtigt
  • Bestehende Barrieren und Hinder­nisse abbauen oder entschärfen, wie z.B. Bürger­steigkanten bei Repa­ratur- und Instandhaltungsmaßnahmen
  • Öffent­liche Fahr­rad­ab­stell­plätze bei kommu­nalen Bauvor­haben einplanen
  • Eine bessere Beschil­de­rung der Fahr­rad­wege an den Orts­ein­gängen sowie an zentralen Wegpunkten
  • Fahr­radweg nach Schlier­bach fahr­rad­freund­li­cher ausbauen und besser beschildern
  • Fahr­radweg von Schlier­bach nach Lang­stadt zum Bahnhof bauen

 

4.5. Mitfah­rer­bänk­chen – soli­da­risch für die Umwelt

Ein Mitfah­rer­bänk­chen ist eine Bank, auf der man warten kann, wenn man von einer vor­beifahrenden Person von A nach B mitge­nommen werden möchte. Die Mitfahrer­bänkchen werden an gut befah­renen Straßen aufge­stellt und mit einem gut sicht­baren Dreh­schild ausge­stattet. Jeder kann das Bänkchen benutzen. Möchte man Personen mitnehmen, wird man bei der Gemeinde regis­triert, bekommt einen kleinen Ausweis und schon kann es losgehen!

In verschie­denen Gemeinden wurde diese (wie wir finden) tolle Idee bereits umge­setzt z.B. in Gunzen­hausen [7]. Dadurch könnten die Orts­teile und die Kern­ge­meinde Schaaf­heim besser vernetzt werden. Etabliert sich diese Idee, könnten die Nach­bar­ge­meinden Groß­ost­heim, Baben­hausen und Groß-Umstadt mitein­steigen. So könnte in der Region eine Möglich­keit der Fort­be­we­gung geschaffen werden, die auf Soli­da­rität beruht und unsere Umwelt schont!

 

Quelle (aufge­rufen am 03.02.2021):

[7] Nordbayern.de (www.nordbayern.de/region/gunzenhausen/autostopp-geht-dank-mitfahrbank-nun-auch-ohne-daumen‑1.7464938)

5. Gender­ge­rech­tig­keit ermöglichen

 

Die unter­schied­li­chen Lebens­si­tua­tionen und Inter­essen von Menschen aller Geschlechter sollen bei allen Entschei­dungen auf allen gesell­schaft­li­chen Ebenen berück­sich­tigt werden, um so die Gleich­stel­lung zu errei­chen. Dies ist als Quer­schnitts­auf­gabe zu verstehen.

Die Folgen der Nicht­be­ach­tung der Gender­the­matik ist zurzeit gut zu beob­achten: Die Corona-Krise wirft viele Frauen zurück in Gesell­schaft­mo­delle der 1950er Jahre.
Die Verein­ba­rung von Familie und Beruf sollte jedem ermög­licht werden. Deshalb arbeiten wir für einen lokalen Sozi­al­staat, der dafür sorgt, dass alle Menschen vor Ort, auch in Krisen­zeiten, Kinder­be­treuung und Beruf mitein­ander verein­baren können.

Über­blick: Inhalt

1. Umwelt- und Klimaschutz
2. Tiere und Arten schützen
3. Bürge­rinnen trans­pa­rent infor­mieren und deren Betei­li­gung an Gemein­de­pro­jekten fördern
4. Funk­tio­nie­rende Verkehrs­kon­zepte entwickeln
5. Gender­ge­rech­tig­keit ermöglichen

6. Schaaf­heim sozial gestalten

6.1. Bildung für Schaaf­heim gestalten
6.2. Kinder­be­treuung verbes­sern
6.3. Jugend­zen­trum jetzt! reali­sieren
6.4. Die Lebens­qua­lität für Menschen mit Behin­de­rung und für Senioren verbes­sern
6.5. Umwelt­be­wusst­sein in der Bevöl­ke­rung stärken


7. Wirt­schaft verbes­sern durch menschen- und umwelt­freund­liche Arbeitswelt
8. Mit Weit­sicht inves­tieren: Kommu­nale Finanzen

6. Schaaf­heim sozial gestalten

 

6.1. Bildung für Schaaf­heim gestalten

Wir GRÜNEN wollen die Schul­stand­orte in Schaaf­heim und Mosbach erhalten. Beson­ders die Sekun­dar­stufe I steigert die Attrak­ti­vität von Schaaf­heim als Wohnort für Familien. Aber Bildung beinhaltet für uns GRÜNE nicht nur Schule, sondern: früh­kind­liche Erzie­hung, Schule mit Ganz­tags­be­treuung (z.B. im Pakt für den Nach­mittag), Inklu­sion und beruf­liche Bildung. Unsere Vision: Eine inklu­sive Gemeinde, in der Menschen jeden Alters und Geschlechts, jeder Herkunft, Religion, Kultur und jeden Bildungs­standes, Chan­cen­gleich­heit und Teilhabe erfahren. Dazu gehören auch attrak­tive, gesunde Schul­ge­bäude mit zeit­ge­mäßer Ausstattung.

Unsere Ziele:

  • Über­nahme aller Grund­schulen in den Pakt für den Nach­mittag und damit Schritt für Schritt in die rhyth­mi­sierte Ganztagsschule
  • Umset­zung des Schulbau- und Schul­sa­nie­rungs­pro­gramms voran­treiben (Zusam­men­ar­beit mit grünem Ersten Beigeord­neten des Land­kreises, Robert Ahrnt)
  • Unter­stüt­zung des Runden Tischs „Sanie­rung Eichwaldschule“
  • Gesundes Essen aus der Region in den Schulen
  • Unter­stüt­zung und Finan­zie­rung Digi­tales Pilot­pro­jekt Linden­fels­schule und Eich­wald­schule (Sek I), z.B. durch Angebot einer Schüler*innen-Arbeitsgruppe (AG)
  • Schul­so­zi­al­ar­beit in allen Schulstufen
  • Inklu­sion in den Schulen fördern
  • Dieb­stahl­si­chere Fahr­rad­ständer an den Schulen
  • Die Sicher­heit an Schul­wegen ausbauen
  • Verbes­se­rungen von Busver­bin­dungen für Schüler*innen anregen (Siehe Kapitel 4.3)

Zudem möchten wir die Attrak­ti­vität unserer Schulen für Lehr­kräfte steigern, damit viele Lehrer*innen lang­fristig und gut moti­viert an den Schaaf­heimer Schulen bleiben. Das verbes­sert die Qualität unserer Schulen und beugt Stun­den­aus­fällen vor.

 

6.2. Kinder­be­treuung verbessern

Wir GRÜNEN setzen uns für gut ausge­stat­tete Kinder­ta­ges­stätten ein. Wir wollen die Quan­tität der Plätze und die Qualität der Angebote sicher­stellen und erhöhen. Neben den Kinder­ta­ges­stätten, Kinder­gärten und Krippen ist die Kinder­ta­ges­pflege ein wich­tiger Baustein in der U3-Betreu­ungs­land­schaft, der Eltern ermög­licht, Beruf und Kinder­be­treuung unter einen Hut zu bringen, z.B. bei Kleinst­kin­dern oder um Rand­zeiten abzu­de­cken. Kinder­ta­ges­stätten und Schulen haben eine wichtige Funktion, da sie unter­schied­liche Milieus, soziale Unter­schiede und Bildungs­vor­aus­set­zungen der Eltern ein Stück weit ausglei­chen können. Der weitere Ausbau von Kinder­ta­ges­stätten ist in dieser Hinsicht beson­ders wichtig und von nicht zu unter­schät­zendem Wert.

Unsere Ziele:

  • Bedarfs­ge­rechte Anzahl von Kita-Plätzen schaffen
  • Ausbau der Betreu­ungs­land­schaft für Unter­drei­jäh­rige durch den Ausbau von Krippen und Kinder­ta­ges­pflege (z.B.: Tagesmütter …)
  • Allein­er­zie­hende Eltern­teile durch ausrei­chende Angebote unterstützen
  • Erhalt, Moder­ni­sie­rung und Neuge­stal­tung der gemein­de­ei­genen Spiel­plätze
    (Schaf­fung eines Wasserspielplatzes)

Betreu­ungs­an­gebot durch Wald­kin­der­garten erwei­tern: Wir setzen uns dafür ein, dass die Gemein­de­ver­wal­tung die Einrich­tung eines Wald­kin­der­gar­tens unter­stützt und fördert. Dafür muss ein Ort mit geeig­neter Infra­struktur zur Verfü­gung gestellt werden, der für wald­päd­ago­gi­sche Zwecke dauer­haft genutzt werden kann. Kinder erhalten hier die Möglich­keit, den Wald als Lebens­raum zu erschließen und erleben die Natur in einer Inten­sität, die sie ein Leben lang prägen wird.

 

6.3. Jugend­zen­trum jetzt! realisieren

Wir unter­stützen als GRÜNE die Jugend­ar­beit der Vereine, die sehr wichtig ist und weiter geför­dert werden muss. Jedoch müssen wir mehr versu­chen die Jugend­li­chen außer­halb der Vereine zu errei­chen und zu fördern. Wir begrüßen es sehr, dass der Jugend­platz in Schaaf­heim wieder­be­lebt wurde und wir schätzen den Einsatz des Jugend­fo­rums. Jedoch ist die Arbeit damit noch nicht getan. Wir werden uns dafür einsetzten, auch die Jugend­plätze in den Orts­teilen wieder­zu­be­leben bezie­hungs­weise neu einzurichten.

Zusätz­lich wollen wir ein Jugend­zen­trum für Schaafheim! 

Viele Nach­bar­ge­meinden haben erkannt, dass eine gute Kinder- und Jugend­ar­beit eine Inves­ti­tion in die Zukunft darstellt, die das soziale und kultu­relle Zusam­men­leben einer Gemeinde fördert und stärkt. Schaaf­heim hat hier Nachholbedarf.

Mit der Einrich­tung eines Jugend­zen­trums und der Bereit­stel­lung eines haupt­amt­li­chen, pädago­gisch ausge­bil­deten Mitar­bei­ters möchten wir unseren Kindern und Jugend­li­chen einen Raum geben, der allen offen steht und ein soziales und kultu­relles Lernen außer­halb einer leis­tungs­ori­en­tierten Gesell­schaft ermög­licht. Präven­tion durch frei­zeit­päd­ago­gi­sche Angebote bietet Alter­na­tiven zum „Lang­weilen“. Die Möglich­keit sich unver­bind­lich zu treffen, kann vor allem benach­tei­ligte Kinder und Jugend­liche von der „Straße“ holen und eröffnet viel­fäl­tige Lernmöglichkeiten.

  • Ein Jugend­zen­trum als Anlauf­stelle kann Beratung und Einzel­fall­hilfe in schwie­rigen Lebens­lagen und bei jugend­ty­pi­schen Problemen bieten. Dies können zum Beispiel Übergang von Schule und Beruf, Eltern, Drogen, Liebe, Bezie­hung und Sex sein.
  • Bildung durch Seminare und Work­shops zu jugend­re­le­vanten Themen, wie zum Beispiel: Bewer­bungs­trai­ning, Medi­en­kom­pe­tenz, Daten­schutz, recht­liche sowie gesell­schaft­liche Fragen und vieles mehr …
    Solche Angebote helfen, unsere Kinder und Jugend­li­chen fit für die Zukunft zu machen. Das Angebot muss vor allem ergän­zend zum schu­li­schen Bildungs­auf­trag gesehen werden, dass sehr viel indi­vi­du­eller und direkter an die Bedürf­nisse der Kinder und Jugend­li­chen ange­passt werden kann.
  • Gemein­we­sens­ori­en­tie­rung und Vernet­zung bedeutet Koope­ra­tion mit Schulen, Verbänden, Insti­tu­tionen, Initia­tiven und Vereine vor Ort. Das Jugend­zen­trum bietet eine Platt­form, die das viel­fäl­tige und gute Vereins­leben in Schaaf­heim unter­stützen und Mitglieder für Vereine werben kann.
  • Jugend­liche gestalten das Jugend­zen­trum mit.
    Hierbei werden soziale Kompe­tenzen gesam­melt, die in der weiteren Zukunft immer bedeu­tender werden und den Zusam­men­halt einer Gemeinde stärken.

Unsere Gesell­schaft verän­dert sich. Das Leben wird bunter, viel­fäl­tiger und ein Erfahrungs­schatz kultu­rell anders geprägter Menschen steht uns zur Verfü­gung, wenn wir uns begeg­nen. Die Euro­päi­sche Union ermög­licht vielen Menschen Arbeits­chancen in Schaaf­heim und Umgebung und auch Asyl­su­chende haben in unserer Gemeinde eine neue Heimat gefunden. Ein Jugend­zen­trum kann zusätz­lich zum „Pakt für den Nach­mittag“ in Zusam­men­ar­beit mit der Schul­so­zi­al­ar­beit einen wesent­li­chen Beitrag zur Inte­gra­tion in unserer Gemeinde leisten. Sprach­kurse für Kinder, Jugend­liche und Eltern sind eine Anlauf­stelle für schu­li­sche, recht­liche sowie gesell­schaft­liche Fragen. Sie können das persön­liche Enga­ge­ment einzelner Gemein­de­mit­glieder ergänzen.

Jugend­zen­trum JETZT!

 

6.4. Die Lebens­qua­lität für Menschen mit Behin­de­rung und für Senioren verbessern

Wir GRÜNE setzen uns ein für Menschen mit Behin­de­rung aller Genera­tionen sowie Senioren, um deren Teilhabe am sozialen Leben in Schaaf­heim zu verbes­sern! In Schaaf­heim gibt es deut­liche Miss­stände und Probleme bezüg­lich der Barrie­re­frei­heit, z.B. für Roll­stühle, Gehhilfen und Kinderwägen.

Unsere Ziele:

  • Bezahl­bare Miet­woh­nungen für Senioren und Menschen mit Behinderung
  • Förde­rung behin­der­ten­ge­rechten Wohn­raums durch die Gemeinde
  • Gestal­tung neuer sozi­al­ver­träg­li­cher Wohn- und Pflegeinrichtungen
  • Ausbau behin­der­ten­ge­rechter Bürger­steige, Toiletten, etc.

Wir wollen ein persön­li­cher Ansprech­partner für Betrof­fene insbe­son­dere Familien sein und ihre Bedürf­nisse in der Gemeinde vertreten. Wir haben ein offenes Ohr für alle Betrof­fenen. Wir hören ihnen zu und unter­stützen sie. Hilfe­su­chende können uns vertrau­lich unter info@gruene-schaafheim.de kontak­tieren und wir werden, wenn gewünscht, zurückrufen.

Eine Begeg­nungs­stätte für ALLE schaffen!

Davon kann jeder profi­tieren, sei es bei einem gemüt­li­chen Plausch, gemein­samen Aktionen, Bera­tungen und vielem mehr. Beson­ders Natur­pro­jekte können eine schöne Berei­che­rung darstellen. Zusätz­lich könnten gemein­same Koch- oder Spie­le­abende veran­staltet werden. Das bietet die Möglich­keit außer­sport­liche Akti­vi­täten unter anderem für Jugend­liche, Senioren, Behin­derte … zu etablieren. Wir möchten einen Ort, an dem Leben statt­finden und der Verein­sa­mung vorge­beugt werden kann.      

 

6.5. Umwelt­be­wusst­sein in der Bevöl­ke­rung stärken

Wir setzten uns dafür ein, dass die Gemeinde Räume und Flächen zur kultu­rellen Nutzung bereit­stellt. Ganz beson­ders möchten wir Natur- und Umwelt­pro­jekte fördern. Beispiele dafür sind:

  • Upcy­cling von Kleidung, Haus­halts­ge­gen­ständen, Spiel­zeugen und vieles mehr
  • Gemein­sames Repa­rieren von Haus­halts­ge­räten, Fahr­rä­dern und vieles mehr
  • Klei­der­tausch­partys, Floh­märkte und Basare
  • Einrich­tung eines ökolo­gi­schen Gemeindegartens
  • Koch­kurse (vorzugs­weise vege­ta­risch oder vegan)
  • Ener­gie­be­ra­tung

7. Wirt­schaft verbes­sern durch menschen- und umwelt­freund­liche Arbeitswelt

 

Die Wirt­schaft dient dem Menschen und dem Gemein­wohl und nicht umge­kehrt. Wohl­stand im Sinne von Klima­neu­tra­lität, Nach­hal­tig­keit, Vorsorge und Gerech­tig­keit ist der Kern eines zukunfts­fä­higen Wirt­schafts­sys­tems. Wohl­stand defi­niert sich nicht allein durch mate­ri­ellen Reichtum, sondern meint Lebens­qua­lität. Diese Ansprüche sehen wir beson­ders auch in einer Verbes­se­rung der Arbeitswelt.

In die Verga­be­ent­schei­dung von Gewer­be­flä­chen der Gemeinde sollen Aspekte der Sozial- und Umwelt­ver­träg­lich­keit einfließen! Hierbei wird bewertet, ob ein Unter­nehmen ökolo­gisch produ­ziert, nach Tarif bezahlt, Menschen mit Behin­de­rung beschäf­tigt, junge Leute ausbildet oder Gleich­stel­lung im Betrieb prak­ti­ziert, bereits orts­an­sässig ist und vieles mehr.

Wir bauen Brücken zwischen Arbeits­welt und gesell­schaft­li­cher Teilhabe durch einen wert­schätzenden und gerechten Umgang mit allen Betei­ligten. Kein groß gegen klein, sondern als große Stärke der Schaaf­heimer Bürger*innen.

Unsere Ziele:

  • Ansied­lung nach­hal­tiger und zukunfts­ori­en­tierter Unternehmen
  • Gezielte Wirt­schafts­för­de­rung im Rahmen der Möglich­keiten, um diese umwelt­freundlich und menschen­freund­lich mitzugestalten.
  • Bestehende Arbeits­plätze sichern
  • Neue quali­fi­zierte Erwerbs­mög­lich­keiten schaffen
  • Unter­stüt­zung der orts­an­säs­sigen Klein- und Mittelbetriebe
  • Schaf­fung von zukunfts­ori­en­tierten Arbeits­plätzen im Handwerk und im Handel
  • Frei­be­rufler, Kultur­schaf­fende und Solo­selb­stän­dige lang­fristig in die Gemein­de­wirt­schaft einbinden
  • Ein stabiles Angebot an betrieb­li­chen und außer­be­trieb­li­chen Ausbil­dungs­plätzen für junge Menschen unterstützen
  • Erfolg­rei­chen Übergang Schule-Beruf in Zusam­men­ar­beit mit der Eich­wald­schule fördern
  • Für einen sozialen Arbeits­markt, mehr Betei­li­gung und einen Runden Tisch zur Armutsbekämpfung
  • In Krisen als Gemeinde allen zur Seite stehen und Hilfs­an­ge­bote machen

 

7.1. Akti­ons­pro­gramm für Startups umsetzten

Im Wett­be­werb mit benach­barten Städten, wie Darm­stadt und Aschaf­fen­burg muss eine zukunfts­fä­hige Gemeinde eigene Stand­ort­vor­teile ausbauen – dazu zählen zum Beispiel kurze Wege zur Verwal­tung, gute soziale Einbin­dung, hoher Erho­lungs­wert. Mit einer durch­dachten Grün­der­för­de­rung können Gemeinden ihre wirt­schaft­liche Zukunft verbes­sern, Arbeits­plätze schaffen und für junge Familien attrak­tiver werden.

Startups, also Grün­dungen von jungen Unter­neh­me­rinnen und Unter­neh­mern, sind ein wich­tiger Faktor für Inno­va­tionen vor Ort. Deshalb ist das vorge­schla­gene Akti­ons­pro­gramm für Startups nicht bloß eine wünschens­werte Zugabe, sondern eine unver­zicht­bare Notwendigkeit.

Unsere Ziele:

  • Bera­tungs­an­ge­bote von der Gemeinde über konkrete Möglich­keiten für Startups vor Ort. Hierfür ist die geeig­nete Fort­bil­dung der Mitarbeiter*innen wichtig sowie ein fester Ansprech­partner in der Verwaltung.
  • Die Bereit­stel­lung einer bezahl­baren Büro­in­fra­struktur (soge­nannte Cowor­king Spaces) erleich­tert Inter­es­sierten den Start ganz erheb­lich. Gege­be­nen­falls muss in einem Verbund mehrerer Gemeinden ein solcher Büropool aufge­baut werden. Hierbei können Räum­lich­keiten für eine längere Zeit oder tage- bzw. stun­den­weise zu güns­tigen Kondi­tionen von der Gemeinde gemietet werden.
  • Die Erstel­lung eines Leer­stands­ka­tas­ters anregen, in dem leer­ste­hende Hallen, Betriebs­stätten, Garagen und Laden­ge­schäfte erfasst werden. Die gemein­de­sei­tige Infor­ma­tion und Vermitt­lung würde Jungunternehmer*innen wirksam dabei helfen, solche Immo­bi­lien sinnvoll zu nutzen und sich mit ihrem Startup in Schaaf­heim nieder­zu­lassen, anstatt in vermeint­lich attrak­ti­veren Groß­städten der Umgebung.

 

7.2. Land­wirt­schaft stärken

Wir GRÜNE wollen die Zukunfts­si­cher­heit der orts­an­säs­sigen Land­wirt­schaft stärken. Land­wirt­schaft­liche Betriebe spielen im ökolo­gi­schen Land­schafts­schutz und dem Erhalt unserer Kultur­land­schaft eine wichtige Rolle. Laut Klima-Risiko-Index gehört Deutsch­land zu den 20 am stärksten betrof­fenen Ländern von 2000 bis 2019. Gerade Land­wirte spüren die finan­ziellen Auswir­kungen von Hitze­welle auf ihren Feldern jeden Tag vor Ort.

Wir wollen Zukunfts­vi­sionen gemeinsam mit den Fach­leuten entwi­ckeln und Lösungen suchen. Denn der Klima­wandel verlangt ein schnelles und entschlos­senes Handeln der land­wirt­schaft­li­chen Betriebe, sowohl im Neben­er­werb als auch im Hauptbetrieb.

Was diese Erzeuger brauchen, ist mehr finan­zi­elle Unter­stüt­zung für umwelt­scho­nende Leis­tungen, insbe­son­dere im Land­schafts­schutz. Die Probleme durch immer billi­gere Lebens­mittel auf Kosten kleiner und mittel­großer Fami­li­en­be­triebe gehen alle Bürger*innen etwas an. Wir brauchen ein Umdenken im Handel und bei den Verbrau­chern, insbe­son­dere die Akzep­tanz fairer Preise. Wie die Corona-Krise zeigt, ist die regio­nale Erzeu­gung von Lebens­mit­teln und Tier­futter lebens­wichtig und system­re­le­vant. Soli­da­rität statt Schuld­zuweisungen, denn all das muss rasch geschehen. Wir wollen Enga­ge­ment zeigen für die hiesige Land­wirt­schaft, um Arbeits­plätze zu erhalten. Dazu suchen wir das Gespräch am Runden Tisch mit Land­wirten z. B. zum Thema „Erhalt land­wirt­schaft­li­cher Flächen“.

8. Mit Weit­sicht inves­tieren:
Kommu­nale Finanzen

 

Auch künftige Genera­tionen brauchen Platz zur Gestal­tung der Gemeinde und eine nach­haltige Haus­halts­pla­nung. Der Erfolg in diesem wich­tigen Sektor bemisst sich dabei aber nicht nur an Gewinn­per­spek­tiven, sondern insbe­son­dere auch an ökolo­gi­schen und sozialen Maßstäben. Die Gemein­de­ent­wick­lung voran­treiben, den Nahver­kehr in guter Qualität sicher­stellen, Kinder betreuen, die Jugend fördern und in die Zukunft inves­tieren – eine positive, durch­dachte Entwick­lung der Gemeinde und der kommu­nalen Flächen erhöht unsere Lebens­qua­lität in Schaaf­heim. Zum Beispiel wollen wir in wichtige Maßnahmen wie den Hoch­was­ser­schutz sowie den Ausbau von Schulen und Kinder­be­treuung inves­tieren, die natür­lich uns und vor allem den kommenden Genera­tionen zugutekommen.

Durch Fach­wissen und kriti­sche Fragen zu geplanten Projekten wollen wir im Haushalt mehr zukunfts­ori­en­tierte Nach­hal­tig­keit veran­kern, damit auch in Schaaf­heim Klima­ziele erreicht werden können, auf dem Weg zur klima­neu­tralen Gemeinde.

Unsere Ziele:

  • Nach­hal­tige Baumaßnahmen
  • Solide Finan­zie­rung
  • Öffent­li­ches und digi­tales Archiv
  • Förde­rung orts­an­säs­siger kleiner und mittel­stän­di­scher Unter­nehmen mit sicheren Arbeits­plätzen (statt orts­fremde Unter­nehmen mit Subunternehmen)
  • Stei­ge­rung der Gewer­be­steu­er­ein­nahmen durch Mittelstandsförderung
  • Stei­ge­rung der Einkommensteuereinnahmen
  • Bezahl­baren Wohnraum schaffen
  • Im Sinne der Nach­hal­tig­keit werden wir einem kurz­sich­tigen oder schnellen Ausver­kauf der Gemein­de­grund­stücke entgegenwirken.
  • Digi­tales Einspar­po­ten­tial nutzen
  • Finan­zi­elle Förde­rung der Vereine und der frei­wil­ligen Feuerwehr
  • Fit machen für Extrem­wet­ter­er­eig­nisse aufgrund des Klima­wan­dels, z.B. Kanal­ar­beiten, Hoch­was­ser­schutz, Regen­rück­hal­te­be­cken usw.
  • Getrennte Kana­li­sa­tion für Regen­wasser und Schmutzwasser
  • Extra­gelder des Kreises für Umwelt- und Bildungs­an­ge­bote auch für Naturschutz­projekte vor Ort verwenden, insbe­son­dere für Kinder- und Jugendkurse.
  • Die jährlich wach­senden Einnahmen aus der Einkom­mens­steuer nutzen, um Lebens­qua­lität der Bürger umwelt- und klima­kon­form zu steigern.

 

Länd­li­chen Raum und Tradi­tionen unterstützen

Wir GRÜNE wollen Tradi­tionen wie Kerb, Trak­tor­freunde, länd­li­ches Reit­tur­nier sowie generell das gesel­lige Gemein­de­leben unter­stützen. Pfer­de­freunde, Lama-Ranch und andere Angebote mit Tieren sind gerade in Krisen­zeiten sehr wichtig und berei­chern unseren länd­li­chen Raum. Das hat uns bereits die Strau­ßen­farm vorge­macht, die Schaaf­heim über die Grenzen hinaus bekannt gemacht hat.

Alle brauchen finan­zi­elle Unter­stüt­zung und Hilfe durch die Gemeinde vor Ort. Wir leben im länd­li­chen Raum und wollen Probleme und Wünsche aus Schaaf­heim in unsere Partei tragen. Nicht nur die Gemein­de­ent­wick­lung muss geför­dert werden, sondern auch der länd­liche Raum. Boden­schutz, Erhalt von Wäldern und land­wirt­schaft­li­chen Flächen stehen im Rhein-Main-Gebiet in immer stär­kerer Konkur­renz mit Wohnungsbau, Gewer­be­ge­biet und Sand­abbau. Zudem wollen wir das land­wirt­schaft­liche Wegenetz erhalten.